♥-lich willkommen auf meinem Blog. Wenn ich mich kurz vorstellen darf, ich heiße Lena und komme aus Hessen. Ich hoffe euch gefallen meine Posts.

Freitag, 1. Dezember 2017

Tut mir Leid

"Hoffentlich steigt er bald aus", denkst du dir, als du alleine mit der überfüllten Bahn nach Hause fährst und der alte Mann deine Tasche einfach so beiseite stellt, um sich neben dich zu setzen. Du schaust ihn angewidert an und rutschst vorsichtshalber ein Stück weg. Er riecht nach Zigaretten und Pfefferminzkaugummi, außerdem gibt er ständig ein Geräusch von sich, welches ein wenig wie ein Schniefen klingt. Seine Hände zittern die ganze Zeit, sicher nimmt er Drogen. Nicht einmal um den Platz gebeten hat er, den auf Arbeit hat er schließlich auch nicht mehr. 

Aber, dass ihm heute völlig unerwartet gekündigt wurde und er jetzt nicht weiß, wie er seiner Mutter die Medikamente bezahlen soll, kannst du ja nicht wissen.

"Was für ein Freak", denkst du dir, als die blasse Frau mit einer Narbe über das ganze Gesicht und dem langen, schwarzen Mantel an dir vorbeiläuft und du die Musik aus ihren Kopfhörern mithören kannst, so laut ist sie. Sie drängelt sich an den Leuten vorbei, den Blick starr zum Boden gerichtet. Du schüttelst demonstrativ den Kopf, als sie kurz aufschaut. Nicht einmal auf das kleine Kind, das sie beiseite schiebt, gibt sie Acht. 

Doch Kinder, kann sie einfach nicht mehr sehen, seit ihres bei einem Unfall ums Leben kam. Aber, dass sie dabei ihr Bein verloren hat, mit dem Mantel nur die Prothese verstecken will und die laute Musik nur hört, damit sie mit dem Bass noch etwas hat, was sie außer den Blicken der Menschen spürt, kannst du ja nicht wissen. 

"Hau bloß ab", denkst du dir, als der Junge, auf den du sauer bis, weil du ihn zwar liebst, er aber auf der Party vorgestern deine beste Freundin geküsst hat, auf dich zukommt und den Mund aufmacht, um dir etwas zu sagen. Für Entschuldigungen ist es jetzt zu spät, findest du, drehst dich weg und beschleunigst deinen Schritt, damit er dich nicht einholt. Nicht einmal erklären konnte er sich dir unter vier Augen, die du letztens nach ein paar Gläsern Wein ja auch nur für seinen Kumeepl hattest. 

Aber, dass er deine Freundin nur wegen einer Wette geküsst hat und dich den ganzen Abend herumflirten gesehen hat, was ihm noch ziemlich weh getan hat, als er dich nach Hause gefahren hat, weil du so betrunken warst und du deinen Schlüssel in seinem Auto vergessen hast, den er dir jetzt eigentlich geben wollte, kannst du ja nicht wissen. 

"Lass mich in Ruhe", denkst du dir, als dein Vater dir einen genervten Blick zuwirft und dich etwas gereizt angeht, da du wieder einmal vergisst, die Schuhe auszuziehen, bevor du in die Wohnung kommst und den Schulrucksack in die Ecke neben dem Schreibtisch wirsft und anschließend dich auf dein Bett fallen lässt. Nicht einmal einen Guten Tag hast du zu ihm gewünscht.

Den hattest du schließlich auch nicht, dank der Klausur, die ihr heute zurückbekommen habt. Aber, dass du mal wieder eine Fünf in Mathe geschrieben hast, kann er ja nicht wissen.

"Konnte ich ja nicht wissen", denkst du dir, als der Mann dir schließlich davon erzählt und anfängt zu weinen, nachdem er dich gefragt hat, ob er mit dir reden kann. 
"Konnte ich ja nicht wissen", denkst du dir, als du später in einer Kunstgalerie einige Bilder der Frau entdeckst, die gerade am Eingang stehen und ihre Geschichte liest, welche darunter geschrieben steht.
"Konnte ich ja nicht wissen", denkst du dir, als dir der Junge alles erzählt, nachdem du deinen Schlüssel ewig gesucht hast und schlielich in deinem Briefkasten einen Zettel gefunden hast, auf dem stand, er wäre dankbar, du würdest ihn anrufen. 
"Konnte ich ja nicht wissen", sagt dein Vater, als du ihm nach dem Abendessen die Arbeit auf den Tisch legst und er dich in den Arm nimmt, als du ihm erzählst, wie dich deine Lehrerin vor der ganzen Klasse bloßgestellt hat.

"Tut mir Leid", fügt er hinzu. 

Und dann fällt dir auf was du vergessen hast.

Dienstag, 28. November 2017

November Reflexion

Meine lieben Leser dieses Blogs, lange genug habe ich euch auf einen neuen Post warten lassen. Man sollte meinen, in zwei Monaten hätte ich genügend Möglichkeiten gehabt, von mir hören zu lassen, dem war aber schlicht und einfach nicht so. Zum Anfang muss ich loswerden, dass die Uni mich wirklich stresst, wie ihr vielleicht mitbekommen habt, habe ich wieder zum Wintersemester neu angefangen. Diesmal mit meiner ursprünglichen Erstwahl Philosophie, verknüpft mit Kunstgeschichte im Nebenfach. Wie diese Kombination zu Stande kommt, erscheint mir überflüssig zu erläutern. Jedenfalls bin ich glücklich darüber, mit etwas mehr Motivation als letztes Jahr, an die Sache ranzugehen, was außerhalb von nervigen Hausaufgaben sogar mit gelegentlichem Spaß verbunden ist. Nach den ersten paar Wochen, bin ich wirklich gut im Unileben drinne, soweit ich das jetzt schon beurteilen kann. Generell erlaubt mir mein Stundenplan auch noch meine sehr geschätzte Freizeit an zwei Tagen (abgesehen vom Wochenende, haha.) Wobei ich, wie heute, natürlich tausend Dinge zur Vorbereitung erledigen müsste und wie immer hoffe, die Essays etc schreiben sich am Abend vor der Abgabe wie von Geisterhand selbst.
Wollen wir aber lieber wieder zu den persönlichen Themen zurückkehren, wer redet schon gerne noch privat über Uni oder Arbeit und schließlich sind wir hier unter uns. Es hat sich wirklich einiges um mich herum verändert, weniger familiär diesmal, jedoch dafür umso mehr in meinem freundschaftlichen Umfeld. Irgendwie haben mich, alle mir nahestehenden Personen nach und nach verlassen. Wie ich das so schreibe, klingt es aber schmerzlicher und hoffnungsloser, als es in Realität aussieht. In erster Linie hat mich meine beste Freundin zu einer weitläufigen Bekannten degradiert, zu der man nun mal keinen Kontakt haben möchte. Ihr habt richtig gehört, Rowena wollte lieber ein neues, anderes Leben beginnen, worin ich keinen Platz haben sollte. Keineswegs liegt die Begründung in einem Fehlverhalten meinerseits, jedenfalls keine ersichtlich großen Streitpunkte liegen vor, die auf mich zurückzuführen sind. (Was auch meine weiterhin postive Einstellung ihr gegenüber wiederspiegelt, keineswegs sind es Gefühle von Hass oder Missgunst, die in mir schlummern.) Nun, wieso ist das Verhältnis auseinander gegangen? Antwort: Ich weiss es nicht, Leute! Aber sagt mir, was das für eine Art von bester, sehr enger Freundschaft ist, wenn man seiner Freundin nicht erzählt, dass man eine Ausbildung angefangen hat? Dass man sich jetzt mit einem ominösen "Typen" trifft, der direkt als große Liebe nach außen hingestellt wurde, wobei man nicht mal seinen Nachnamen zu wissen scheint? Wieso verändert sich ein Mensch plötzlich zum kompletten Gegenteil; denkt sich Lügengeschichten aus, ohne sinnvollen Zusammenhang, hängt plötzlich billig geschminkt und angezogen in Clubs rum, die man früher ja so sehr verachtet hat? Denkt über eine Lippenaufspritzung nach, statt sich vielleicht ausnahmsweise mit ihrer Charakterentwicklung auseinander zu setzen. – Ihr kennt mich Freunde und kenne so viele unterschiedliche Menschen, ich hab echt null Vorurteile über jemanden, ich bin wirklich glücklich, wenn mir nahestehende Personen zu sich selbst finden und Eigenheiten entwickeln. Ich würde das nie als Grund sehen, nicht mehr befreundet sein zu wollen. Nur kenne ich sie zu gut, ich kaufe ihr das nach so langer Freundschaft nicht ab, sie war ein ganz anderes Mädchen, nie aufgesetzt, nie eine der Möchtegern-Geilen, hat sich immer um Familie und vorallem mich gekümmert. Aber mich aus dem Nichts plötzlich abservieren, dumm stehenlassen, nicht mehr antworten und dergleichen, das finde ich mehr als traurig. Anfangs habe ich mich nicht damit abfinden wollen, hab ihr Verhalten durch Gespräche mit ihrer Cousine immer wieder versucht zu ergründen
– nun, im Endeffekt sind wir beide daran verzweifelt und ich habe für mich beschlossen, sie gehen zu lassen. Möge sie ihren eigenen, neuen Weg finden und ihn erfolgreich bestreiten, das meine ich erst. Nur an ihrer Seite, werde ich nicht mehr stehen. 


Doch sie war leider nicht die einzige... Seit dem Sommer hatte ich wieder mehr Kontakt zu hieransässigen Leuten aufgebau und für eine Weile lief das alles ohne Probleme. Doch die Probleme reihten sich nach kürzester Zeit, bauten aufeinander aus und brachten mein Kartenhaus schließlich zum Einsturz. Ich hatte sehr oft besuch, wohne ja auch weiterhin alleine und bin wie ihr wisst für jede Art von Spaß oder "Chillerei" zu haben. Aber wenn jemand viel Zeit mir mir verbringt, so kann er sich sicher sein, dass ich mich seiner Person, seinem Charakter annehme, ihn beobachte und sein Verhalten reflektiere. Das ist einfach so meine Art, besonders wenn einige sich stundenlang fast täglich in meiner Nähe aufgehalten haben. Dazu kommt, dass ich ein sehr wahrheitsliebender Mensch bin, der andere auch mal auf die eigenen Fehler hinweist, halte ich dies für notwenig. Und glaubt mir, es wäre nie zu dem Zweck, einen Freund schlecht zu reden oder an den Pranger zu stellen, sondern es sollte lediglich dazu dienen, meines Gegenübers eine Art Hilfestellung zu ermöglichen. Weder ziehe ich oder werde ich je Eigennutz aus solch einer Konfrontation ziehen, (was sollte mir das denn bringen, für mich?) vielmehr möchte ich jemandem die Chance bieten, mir einerseits weniger Unrecht zu tun und vornehmlich sich selbst ein wenig besser zu verstehen, um einen Entwicklungsprozess anzukurbeln. Dummerweise wurden meine Intentionen oft missgedeutet und ich als die "böse böse Lena" hingestellt, eine Art von Kritikfähigkeit war also nicht vorhanden. Da mich diese ganzen Bemühungen und Beobachtungen nur viel zu viel meiner kostbaren Zeit gekostet haben, entschloss ich mich auch davon Abstand zu nehmen. Wieso sollten andere Personen es wert sein, ihnen meine Meinung anzudrehen, wenn sie offensichtlich auf diese null Wert legen, da man sich sicher nichts von irgendeinem Mädchen sagen lassen könne. (Das vielleicht ein kleines bisschen mehr Lebenerfahrung und Menschenkenntnis aufweist, als man selber?) Ich hab wiedermal keine Ahnung, was in den Köpfen so Mancher vor sich geht. Wieso kann man nichts annehmen oder sich Fehler und Laster eingestehen, wenn man sie noch in aller Deutlichkeit vor Augen gehalten bekommt? Wie aber sollte man auf mich in einer dergleichen Reaktion auch reagieren, würden jetzt einige einwenden. Wie wäre es mit einem kleinen '"Dankeschön"? Oh nein, ihr habt recht, das ist zu viel verlangt. "Entschuldigung?" Pa! Noch unwahrscheinlicher. Wie wäre es mit einfach Zuhören, statt der Realität entfliehen zu wollen? Ich meine es doch wirklich nie sonderlich vorwurfsvoll. (Außer möglicherweise jetzt, da mir nicht mehr wichtig ist, was jene denken, auf die ich so wunderschön angespielt habe. Na los, jetzt dürft ihr euch angegriffen fühlen.)

Aber weiter im Kontext, ihr wisst, habe ich meinen Empfindungen einmal Ausdruck hierdurch verliehen, muss ich mich wahrscheinlich nie wieder gedanklich damit beschäftigen, geschweigedenn belasten. (Es fühlt sich wie immer, gleich besser an.) In meiner online Abwesendheit habe ich selbstverständlich auch ganz wunderbare neue Bekanntschaften gemacht, von denen ich euch leider noch nicht viel erzählen konnte. Aber zwei davon muss ich ganz kurz vorstellen; Jere und Tristan. Die beiden sind wirklich zu meinen engsten Vertrauten geworden, auch wenn ich sie erst seit diesem Jahr kenne. Ich weiß einfach, dass es Personen sind, mit denen man viele verrückte und spannende Dinge erleben kann.

 (Die lustigsten und schönsten Momente in der Vergangenheit)

Doch nicht ausschließlich mit Spaß und Freude lassen sie sich in Verbindung bringen. Sie nehmen sich meiner seltsamen Probleme an, hören mir stundenlang zu, auch wenn ihr Interesse an dem Thema gering sein mag und finden immer wieder Wege, mich aufzuheitern und mir durch schlechtere Zeiten zu helfen. – Hach, es gibt sie also doch noch. Menschen in meinem Umfeld, für die es sich lohnt, Tag und Nacht dazusein, die meine Gegenwart und meine Worte genauso wertschätzen wie umgekehrt. Darüber bin ich verdammt glücklich. Tschick zähle ich ebenfalls hierzu, ihr erinnert euch vielleicht noch an meinen Aufruf ihn wiederzufinden in diesem Blog. Jetzt sieh mal einer an, wer durch Zufall genau die selben Fächer studiert und die Unizeit wirklich zu etwas ganz Besonderem macht? Richtig.
Den letzten Absatz würde ich gerne noch mir selbst widmen, da ich meine Ansichten ja nicht von Erlebnissen oder anderen Leuten abhängig machen will. Gerade geht es mir ziemlich gut, ich hatte zwar auch kleine Downs in letzter Zeit, war des Öfteren gekränkt oder gestresst egal. Ich hab vieles richtig gemacht, darüber bin ich mir sicher; Ich habe so gehandelt, wie es mir meine Vernunft und mein Herz vorgeschrieben hat. Im Spiegel sehe ich jemanden, der sich wirklich bemüht. Bemüht loyal, nicht voreingenommen und positiv zu sein. Trotz des Negativen gehe ich offen und mit guter Laune auf alle um mich herum zu und versuche das Beste aus jenem tristen Alltag zu machen. Die wichtigste Vorgabe darin besteht, mir bei jedem meiner Schritte selber treu zu bleiben. Ich habe oft genug Entscheidungen bereut oder mir gewünscht, etwas an festgeschriebenen Gegebenheiten ändern zu können. Doch das hat mich nicht weit gebracht, lieber stehe ich zu und hinter allem, was mir wichtig erscheint. Auch hinter diesem Text natürlich, hinter jedem einzelnen Satz, ich denke mir ja bei jeder Aussage und jeder Handlung etwas. Ich würde begrüßen, dass sich einige Leute ein Beispiel daran nehmen würden. 

 -lichst, eure Lena

Montag, 25. September 2017

Du bist wie Sommerregen
wie warme Nächte unter freiem Himmel,
oder umso kältere vor dem Kamin. 
Du bist die Sonne im Dezember 
und der Duft von frisch gemähtem Gras.
Du bist wie das Lied aus der Jugend, 
das man niemals aus dem Kopf bekommt
und wie der Film,
den man nicht oft genug sehen kann.
Du bist jeder Stern am Himmel
und alle bunten Blumen zusammen.
Du bis jedes Lächeln auf meinem Gesicht.